„Bönnsche Küche der Nachkriegszeit“ in unseren Mensen

Kulinarische Zeitreise im Rahmen des Jubiläumsjahres - bönnsche Gerichte aus privatem Rezeptbuch - alte Rezepte zeitgemäß interpretiert

Bonn, 16. Oktober 2019. Anlässlich des Jubiläumsjahres taucht das Studierendenwerk in die Rezeptbücher vergangener Jahrzehnte ein und stellt insbesondere die lokale Küche in den Mittelpunkt der Mensaaktion „Bönnsche Küche der Nachkriegszeit“. Was wurde früher üblicherweise gegessen? Welche Gerichte kamen Tag für Tag auf die Teller? Vom 21. bis 25. Oktober bieten die fünf Mensen des Studierendenwerks Bonn deshalb regionale Speisen von damals. Alle Gäste, nicht nur Studierende, sind herzlich willkommen.

Insbesondere Gerichte aus der Nachkriegszeit waren es, die Julia Schütza, Produktions- und Betriebsleiterin der Mensa Nassestraße, bei der Entwicklung der Aktion reizten. Die Anregungen kamen von Wolfgang Becker, gebürtiger Bonner und seit über 20 Jahren Koch in der Mensa Nassestraße. Er erinnert sich noch ganz genau, was bei den Großeltern auf dem Hof gegessen wurde, als er ein kleiner Junge war. Nach dem Krieg ging es den Menschen vor allem darum, satt zu werden. Fleischgerichte waren eine Delikatesse. Unter der Woche war es hingegen wichtig, reichlich Kohlenhydrate zu sich zu nehmen, um einem langen Arbeitstag, oft aus körperlicher Arbeit bestehend, standzuhalten.

„Ich fand es besonders spannend, original bönnsche Gerichte aus einfachen Zutaten auf ein modernes Niveau zu bringen, um sie für die Studierenden von heute attraktiv zu gestalten und sie dennoch auf eine kulinarische Zeitreise mitzunehmen“, sagt Julia Schütza. Entsprechend sind die Namen der Gerichte gewählt, die während der Aktionswoche in den Bonner Mensen angeboten werden. Beim „Fuhrmansessen“ erkennt man sofort, dass es satt machen soll, denn dahinter verbirgt sich „Pärtsläufgen“, ein weißer Bohnentopf mit Fladenbrot und süßen Reibekuchen. Am Dienstag hingegen können sich Mensabesucher auf ein typisches „Sonntagsessen“ freuen, das früher, wie der Name schon sagt, den Abschluss der Woche zelebrierte. So wird „Säussbraten mit Dämpärpel“ serviert: ein Schweinebraten mit Dampfkartoffeln und Aprikosenkompott.

Um typisches Mensaessen handelt es sich bei diesen Gerichten kaum. Damals ging es weniger darum kreativ zu kochen, sondern die Studierenden für wenig Geld satt zu bekommen. So setzte man eher auf deftige Eintöpfe oder andere einfache Gerichte. Eine attraktive Aktionswoche ließe sich damit nicht gestalten. Julia Schütza und ihr Team interpretieren deshalb alte Gerichte für die moderne Mensa von heute.