Neubau eines Studentenwohnheims in Bonn Castell

Auf historischem Boden im Bonner Stadtteil Castell baut das Studentenwerk Bonn ein modernes Wohnheim mit 72 Vollappartements.

01: Die Akteure hinter dem Projekt. Das alte Gebäude weicht einem modernen Wohnheim mit 72 Vollappartements für Studierende im Bonner Stadtteil Castell. [v.l.n.r.:] Alexander Bojanowsky (Geschäftsführer Studentenwerk Bonn), Christoph Rütter (Architekt Koenigs + Rütter), Andrea Müller (Abteilungsleiterin Wohnen StwB), Dirk Dix (Bereichsleiter Gebäudemanagement StwB); Sebastian Kopf und Christoph Engels (beide studentische Vertreter im Verwaltungsrat des StwB). Foto: Volker Lannert

Das bestehende Gebäude aus den Wiederaufbaujahren der Bundesrepublik wird derzeit abgerissen. Es entsprach mit seiner einfachen Holzständerbauweise nicht mehr den Wohnstandards. Das neue Studentenwohnheim erfüllt die hohen Anforderungen an ein KfW Effizienzhaus 55: es wird nur rund die Hälfte der Energie verbrauchen, die gemäß Energieeinsparverordnung gefordert ist. Nach dem neuen Energieausweis entspricht das der Energieeffizienzklasse A.

Auf das als Bodendenkmal ausgewiesene Gelände und die zu erwartenden Römerfunde wird in enger Abstimmung mit dem Landschaftsverband Rheinland Rücksicht genommen. Nach dem Abriss nehmen Archäologen in einer rund sechs Monate dauernden Grabungsphase die Funde auf. Der Rohbau beginnt dann voraussichtlich Ende 2014. Mit der Fertigstellung ist 2016 zu rechnen.

Das gesamte Investitionsvolumen für den Neubau, inklusive Planung, Abriss und Grabungen, liegt bei rund 6,8 Millionen Euro. "Eine gute und sinnvolle Investition. Wir sind sehr froh, dass wir die Anzahl der Wohnheimplätze hier in der Drususstraße auf der gleichen Fläche mehr als verdoppeln können - und das bei deutlich höherem Komfort und sehr hoher Energieeffizienz", sagt Alexander Bojanowsky, der Geschäftsführer des Studentenwerks.

Entworfen wurde das Gebäude vom Bonner Architekturbüro Koenigs + Rütter. Es erbringt bis zur Fertigstellung alle Aufgaben der Planung und Bauleitung. Die Klinkerfassade mit moderner Fensteraufteilung verleiht dem Gebäude einen soliden und zeitlosen Charakter. "Die Fassade ist aus unterschiedlichen Schichten und Steinformaten aufgebaut, welche den historisch vorgefundenen Schichtaufbau des Bodendenkmals aufgreifen", erläutert Architekt Rolf Koenigs. Die Flachdächer werden als Gründächer ausgebildet. Das Gebäude besteht aus drei Voll- und einem Staffelgeschoss. Ein Gemeinschaftsraum und eine Gartenterrasse kommen allen studierenden Bewohnern zugute.

Jedes der 72 Appartements wird an seine neuen Bewohner möbliert vermietet und ist mit einer integrierten Küchenzeile sowie eigenem Badezimmer ausgestattet. Sämtliche Wohneinheiten erhalten eine kontrollierte Be- und Entlüftung. Im Keller sowie im Außenbereich gibt es genügend Platz für Fahrräder. Des Weiteren stehen auf dem Gelände 13 PKW-Stellplätze zur Verfügung. Einem Sofort-Bezug nach Fertigstellung steht dann nichts mehr im Wege. Es wird, wie beim Studentenwerk üblich, eine attraktive Komplettmiete mit Internetflat angeboten, so dass die Studierenden die volle Kontrolle über ihre Kosten haben. Das Mietpreisniveau, dass sich erst nach der endgültigen Feststellung der Herstellungs- und Finanzierungskosten ergibt, wird in der Tradition des Studentenwerks Bonn stehen: kostendeckende Miete und nachhaltige Wohnungswirtschaft.

Das Studentenwerk Bonn betreibt 35 studentische Wohnanlagen mit derzeit rund 3.900 Plätzen. Instandhaltung und Modernisierung stellen besondere personelle und finanzielle Herausforderungen dar. Neben dem jetzt beginnenden Arbeiten am Wohnheim Drususstraße, sind derzeit laufende Großprojekte der Neubau eines Studentenwohnheims in Tannenbusch mit circa 200 Plätzen sowie die Komplett-Sanierung der Mensa Poppelsdorf ab 2015. Des Weiteren zeichnet sich aufgrund einer Schadstoffbelastung die vollständige Sanierung des Wohnheims in der Pariser Straße ab - ebenfalls beginnend ab 2015.