Studierende sehr belastet!

Beratungsstellen der Studierendenwerke warnen

© Symbolbild. DSW / Jan Eric Euler
  • Studierendenwerke in NRW einig: Seelische Belastungen spitzen sich aufgrund der aktuellen Umstände zu
  • Auch die Psychologische Beratungsstelle des Studierendenwerks Bonn erkennt Auswirkungen der Pandemie

Bonn, 05. Februar 2021. Die Beratungsstellen der Studierendenwerke in NRW stellen zunehmende Belastungen und Krisen bei Studierenden seit Beginn der Corona-Pandemie fest. „Je länger die Krise anhält und die Studierenden durch die Kontaktbeschränkungen eine starke soziale Reduzierung erfahren, desto schwieriger und komplexer werden die individuellen Krisen,“ sagt Diplom-Psychologin Annika Demming. Sie ist psychologische Beraterin des Kölner Studierendenwerks und Koordinatorin des Netzwerkes Beratung und Soziale Dienste der zwölf Studierendenwerke in NRW.

Besonders dramatisch leiden Studierende unter der seit Monaten anhaltenden Ausnahmesituation, wenn es schon vor der Pandemie finanzielle, soziale oder psychische Beeinträchtigungen gab. In den Beratungsstellen haben die multiplen Problemlagen zugenommen. Ausländische Studierende sind in den Beratungsstellen eine besondere Personengruppe, denen häufig ein unterstützendes Umfeld fehlt und die anhaltenden Kontaktbeschränkungen auch den Aufbau desselben verhindert.

So erkennt auch die Psychologische Beratungsstelle des Studierendenwerks Bonn (PBS), ebenso Teil des Netzwerkes, die Auswirkungen der Pandemie bei den Ratsuchenden. „Im Laufe des vergangenen Jahres ist der starke Eindruck entstanden, dass bei vielen ratsuchenden Studierenden sich seelische Themen verschiedenen Inhalts unter den erschwerten Umständen der Pandemie verstärkter ausprägen oder sogar krisenhaft zuspitzen“, sagen Dagmar Görtz und Isa Mattes, Psychologinnen und Beraterinnen der PBS.

Die Berater*innen der Studierendenwerke in NRW sind sich einig, dass seelische Belastungen durch die aktuellen Umstände zugespitzt werden. Die soziale Entlastung fehlt und die Isolation vieler Studierender nimmt immer mehr zu. Seelisch belastete Studierende haben es deutlich schwerer - besonders, wenn Probleme in der Selbststeuerung und Strukturierung bestehen.

Die Berater*innen haben auch den Eindruck, dass die Studierenden sich beim Thema Finanzen teilweise immer noch allein gelassen fühlen. BAföG und Überbrückungshilfe reichen bei weitem nicht aus, um bei allen Studierenden die finanziellen Löcher zu stopfen.

Aus Sicht des Sprechers der Arbeitsgemeinschaft Studierendenwerke NRW, Jörg J. Schmitz, sollte die Politik mehr Unterstützung leisten: „Die Auswirkungen der Corona-Pandemie hat für die Studierenden viele Dimensionen: finanzielle, soziale, berufliche. Es könnte sein, dass nicht wenige Studierende ihr Studium abbrechen müssen und wiederum andere erst gar nicht gewillt sind, ein Studium „aufgrund von Corona“ zu beginnen.“

Die Psychologische Beratungsstelle des Studierendenwerks Bonn

Das niederschwellige Beratungsangebot der PBS richtet sich an Studierende in sozialen und seelischen Belastungssituationen. Dabei werden die individuellen Lebenswirklichkeiten jedes Ratsuchenden berücksichtigt. Schon in wenigen unterstützenden und klärenden Einzelgesprächen können viele Anliegen gelöst werden.

Auch Symptome, die einen Behandlungsbedarf erkennen lassen, werden sicher erkannt. Auf Wunsch der Studierenden werden dann gemeinsam Möglichkeiten besprochen, wie sie den Weg in eine geeignete Psychotherapie finden. Eine eventuelle Wartezeit auf einen Therapieplatz kann niederfrequent begleitet werden.

Die Beratung ist kostenlos und richtet sich an die Studierenden der Partnerhochschulen des Studierendenwerks Bonn.

Mehr Infos zur Psychologischen Beratungsstelle (PBS): https://www.studierendenwerk-bonn.de/beratung-soziales/psychologische-beratungsstelle-pbs/

Pressekontakt/Ansprechpartner:

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Leiter Marketing & Kommunikation/Pressesprecher

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