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Ausstellung

Roll-Ups mit der Wanderausstellung stehen aufgereiht an einer Wand in der Mensa Rheinbach

Seit 100 Jahren für das Wohl der Studierenden

1919-2019

100 Jahre Studierendenwerk Bonn

„Seit 100 Jahren für das Wohl der Studierenden“
 

Am 19. September 1919 gründeten Studenten den Verein Studentenwohl e.V. Daraus erwuchs das Studierendenwerk Bonn – das älteste seiner Art in Deutschland. Unter dem Motto „Für Euer Wohl. Seit 1919“ feiert das Studierendenwerk Bonn sein hundertjähriges Bestehen. Die Ausstellung gibt einen historischen Überblick und zeigt, was das Studierendenwerk Bonn heute im Hochschulraum Bonn/Rhein-Sieg leistet.
 

Gleiche Chancen dank sozialer Infrastruktur

Die 57 Studenten- und Studierendenwerke in Deutschland sind Garanten der sozialen Infrastruktur im Hochschulsystem. Mit ihrer Arbeit sichern sie gleiche Chancen für alle Studierenden.

Sie sind hochschulübergreifend für die soziale, wirtschaftliche, kulturelle und gesundheitliche Förderung von Studierenden zuständig, konkret heißt das: Mensen und Cafeterien, Wohnheime und BAföG, Kinderbetreuung und Beratungsstellen.
 

Die Partnerhochschulen des Studierendenwerks Bonn

Universität Bonn - 38.000 Studierende                                    

Hochschule Bonn Rhein-Sieg - 9.000 Studierende

Anfänge in der Weimarer Republik

1919 - Von der Mensa academica zum Verein Studentenwohl e.V.

Zum Ende des Ersten Weltkriegs war im Hauptgebäude der Universität Bonn eine Kriegsküche untergebracht. Im Sommer 1919 übernahmen Studenten Küche sowie Speisesaal und gründeten die Mensa academica.

Selbsthilfe war das Gebot der Stunde – in Bonn und an anderen Universitäten in Deutschland.

Am 19. September 1919 wurde in Bonn der Verein Studentenwohl e.V. ins Leben gerufen.

Wegbereiter Fritz Tillmann (1874-1953)

Der Moraltheologe Professor Fritz Tillmann machte sich als Rektor der Universität Bonn (1919-1921) von Anfang an stark für den Verein, dessen Vorsitz er 1923 übernahm. Er gilt als Initiator des ersten neu erbauten Studentenhauses in Deutschland.

Schwarz-Weiß-Foto von Fritz Tillmann

1924 - "Tillmanneum" - Erstes Studentenhaus in Deutschland

Das „Tillmanneum“ wurde 1923/24 in der Lennéstraße 28 in der Bonner Südstadt errichtet. Alle Angebote des Vereins Studentenwohl zogen unter ein Dach: Mensa academica, Verkaufsstelle, Bücheramt, Darlehenskasse, Vermittlung von Werkverträgen,  Schreibstube, Druckerei und Buchbinderei sowie einige Mehrbettzimmer.

Schwarz-Weiß-Foto aus den 1920er Jahren: Erstes Studentenhaus in Deutschland

1932 - Erweiterung des Studentenhauses

Die Arbeit des Vereins war erfolgreich. Das Studentenhaus wurde auf dem Grundstück Nassestraße 11 erweitert – bis heute der Hauptsitz des Studierendenwerks.

Schwarz-Weiß-Foto mit Speisesaal des Studentenhauses auf dem Grundstück der Nassestraße 11

Gleichschaltung, Zerstörung im Zweiten Weltkrieg, Wiederaufbau

1933/1938 - Gleichschaltung im Nationalsozialismus

Die studentischen Selbsthilfevereine an den Universitäten im Deutschen Reich werden zum Reichsstudentenwerk zusammengefasst, gleichgeschaltet und zentral geführt, so auch der Verein Studentenwohl in Bonn. Im Sommer 1938 wird der Verein per Gesetz aufgelöst.

Die Arbeit der Studentenwerke wird politisch, nach national-sozialistischen Kriterien definiert. Das „Andere“ wird ausgegrenzt, ausgeschlossen und verfolgt.

 

1944 - Zerstörung im Zweiten Weltkrieg

Spätestens mit dem schweren Bombenangriff auf Bonn am 18. Oktober 1944 wird ein geregelter Universitätsbetrieb nahezu unmöglich. Die Studentenzahlen liegen seit Jahren auf niedrigem Niveau.

Schwarz-Weiß-Foto des im WK II zerstörten Hauptgebäudes der Uni Bonn

1949 - Neugründung und Wiederaufbau

Der Verein Studentenwohl gründet sich 1945 neu. Erst 1951 wird er in Studentenwerk Bonn e.V. umbenannt.

Die zerstörten Liegenschaften im Carré Lenné-, Nasse- und Kaiserstraße werden wieder aufgebaut. Im November 1949 öffnet die Mensa Nassestraße.

Schwarz-Weiß-Foto des Hintereingangs der Mensa Nassestraße, etwa 1950

1952 - Erste Wohnheime entstehen

Das „Tillmannhaus“ in der Lennéstraße ist das erste 1952 eröffnete Wohnheim. Weitere folgen in den 1950er und 1960er Jahren – zunächst noch nach Geschlechtern getrennt. Zudem hat jedes Wohnheim eine akademische Leitung, die das Gemeinschaftsleben fördern soll.

Schwarz-Weiß Foto aus den 50-er Jahren eines der ersten Wohnheime des Studierendenwerks in der Nassestraße/Kaiserstraße

Bildungsexpansion

Die Studentenzahlen steigen stark. Neue Universitäten werden in der Bundesrepublik gegründet. Die Aufgaben der Studentenwerke nehmen zu.

1969 - Psychologische Beratung

Die Psychologische Beratungsstelle (PBS) öffnet und berät seitdem Studierende in Belastungssituationen.

 

1969 - Mensa Poppelsdorf

Die Mathematisch-Naturwissenschaftliche und die Landwirtschaftliche Fakultät erhalten eine zeitgemäße Mensa ganz in ihrer Nähe.

Schwarz-Weiß-Foto aus den 70er-jahren der Mensa Poppelsdorf von außen

1970er - Wohnraum für Studierende

Auf die Wohnungsnot der Studierenden wird mit Großprojekten reagiert. In neu entstehenden Stadtteilen werden Wohnheime mit zum Teil über 500 Plätzen erbaut. Beispiele sind die Wohnheime Tannenbusch I und II im gleichnamigen Stadtteil, das Römerlager in Castell oder die Pariser Straße in Auerberg.

Wohnheim Römerlager, ein Schwarz-Weiß-Foto aus den 70er Jahren

1971 - BAföG kommt

Die finanzielle Studienförderung mittels Darlehen ist ein wichtiger Baustein der Arbeit der Studentenwerke. Mit der Umsetzung des 1971 verabschiedeten Bundesausbildungsförderungsgesetzes (BAföG) werden die Studentenwerke betraut.

1974 - Vom Verein zur Anstalt öffentlichen Rechts

Große Wohnheimbauten und das BAföG zeugen von gewachsenen staatlichen Finanzzuwendungen von Bund und Ländern. Die Vereine der studentischen Selbsthilfe werden mehr und mehr zu Trägern staatlicher Leistungsverwaltung. Der Verein Studentenwerk Bonn e.V. wird 1974 in eine Anstalt öffentlichen Rechts (AöR) umgewandelt.

Wandel und Modernisierung

In den 1980er und 1990er Jahren sinken die staatlichen Zuwendungen und werden eingefroren. Studentenwerke müssen wirtschaftlicher arbeiten und agieren seitdem im Spannungsfeld von Profit und Non-Profit – so auch in Bonn.

 

1995 - Hochschule Bonn-Rhein-Sieg

Im Rahmen des Bonn-Berlin-Ausgleichs wird die Hochschule Bonn-Rhein-Sieg gegründet. Das Studentenwerk Bonn betreibt seit 1999 die Mensen an den beiden neu erbauten Standorten Sankt Augustin und Rheinbach. Später folgen jeweils direkt am Campus ein Wohnheim und eine Kindertageseinrichtung.

Außengelände der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg in Sankt Augustin

2000 - Kinder, Kinder

Wer das Studium oder die Wissenschaftskarriere mit Kindern vereinbaren möchte, ist auf gute Betreuung angewiesen. Das Studentenwerk Bonn übernimmt im Jahr 2000 die ehemalige Kita des Bundestages in der Bonner Rheinaue. Seitdem sind vier weitere Kitas hinzugekommen.

Verschwommene Aufnahme von oben mit rennenden Kindern durch einen Flur mit Decken-Deko aus Bügelperlen im Vordergrund.

seit 2000 - Renovieren, Sanieren und neu bauen

Das Studentenwerk Bonn ist ein Eigentümerstudentenwerk. Rund 50 Liegenschaften, vor allem Mensen und Wohnheime, müssen laufend instand gehalten und saniert werden. Ein finanzieller Kraftakt bis heute – Sanierungsstau inklusive. Allein seit 2015 wurden die Mensa in Poppelsdorf und vier Wohnheime mit insgesamt über 700 Plätzen saniert bzw. neu gebaut.

Luftaufnahme des neuen Studentenwohnheimes in Tannenbusch

2014 - Vom Studenten- zum Studierendenwerk Bonn

Per Landesgesetz wird das Studentenwerk in Studierendenwerk Bonn umbenannt.

Vision 2023 - Neues Studierendenhaus

Im Carré Kaiser-, Nasse- und Lennéstraße baut das Studierendenwerk Bonn bis 2023 eine neues Studierendenhaus – mit Mensa, Studierendenservicezentrum und einem Wohnheim.

Visualisierung des neuen Studierendenwerks mit der Ansicht der Lennéstraße