Ein ganztägiger Hafen für Studierende

Ein ganztägiger Hafen für Studierende

Vier Gebäudeteile – ein Ensemble

Die mit Satzungsänderung beschlossene Planung beruht auf dem weiterentwickelten Wettbewerbsergebnis aus dem Jahr 2019. Die Öffentlichkeit wurde seitdem drei Mal formell beteiligt. Ziel des Wettbewerbs war es, eine städtebauliche Lösung zu finden, die sich harmonisch in das Südstadtquartier einfügt. Das Raumprogramm wurde zuvor mit dem Ministerium für Kultur und Wissenschaft (MKW) abgestimmt, Fördermittel sind zugesagt. Die Bedarfe der Studierenden standen von Beginn an im Mittelpunkt der Planung.

Das Bauvorhaben zeichnet sich durch folgende Merkmale aus:

  • Kompaktes Bauvolumen, das sich denkmalgerecht in die Umgebung einfügt
  • Innenhof bleibt frei von Bebauung und wird begrünt (Campusgarten)
  • Kompakte, eingeschossige Tiefgarage für Anlieferverkehr und Entsorgung vermeidet Lärm und Abgase im Innencarré
  • Begrünung von Dächern und Rampen, keine oberirdischen Pkw-Stellplätze
  • Radabstellplätze am Gebäude sorgen für kurze Wege
  • Ergänzendes Mobilitätskonzept fördert nachhaltigeren Verkehr (z. B. durch E-Ladestationen)
  • Photovoltaikanlagen

Im vereinfachten Lageplan lassen sich die vier Gebäudeteile erkennen: Studierendenservicezentrum und Verwaltung (Gebäude A), Studierendenwohnheim (Gebäude B), AStA der Universität Bonn mit Beratungsangeboten (Gebäude C) und die Mensa mit Café und Lernzone (Gebäude D). Der Innenhof wird von Bebauung freigehalten und schafft Platz für einen begrünten Campusgarten. (© Studierendenwerk Bonn)

Gebäudeteil A | Studierendenservicezentrum und Verwaltung | Kaiserstraße 57

An der Ecke Kaiserstraße/Nassestraße entsteht das neue Verwaltungsgebäude des Studierendenwerks. Im Erdgeschoss und ersten Obergeschoss ist das Studierendenservicezentrum mit zahlreichen flexiblen Beratungsräumen/-inseln integriert. Der Warte- und Aufenthaltsbereich ist ansprechend mit Einbaumöbeln gestaltet.

Gebäudeteil B | Wohnheim und Konferenzräume | Nassestraße 11

Das neue Wohnheim wird über die Nassestraße erschlossen und bietet 106 Plätze, vorwiegend in Einzelappartements. Im Erdgeschoss entsteht ein großzügiger Gemeinschaftsraum. Zudem befinden sich dort vier Konferenzräume.

Gebäudeteil C | AStA und Beratung | Nassestraße 7 und 9

Entfaltungsraum für studentische Gremienarbeit entsteht in den beiden denkmalgeschützten Gebäuden, die saniert und bis auf das Dachgeschoss dem AStA zur Verfügung gestellt werden. Zudem sind Workshopräume für Kleingruppenkurse integriert. Die Gebäudeteile B und C werden baulich barrierefrei miteinander verbunden.

Gebäudeteil D | Café, Lounge und Marktplatz, Mensa, Saal | Lennéstraße 24

Das neue Café an der Lennéstraße dient als ganztägiger Aufenthaltsort für die kurze oder lange Pause zwischendurch, in lockerer Atmosphäre mit Hintergrundmusik, geöffnet von 8 bis 22 Uhr. Am Abend verwandelt sich das Café je nach Bedarf in eine (Sports-)Bar mit Liveübertragung oder in einen Ort für kleinkulturelle Veranstaltungen, seien es Lesungen, Diskussionen oder Jazzabende.

Die Lounge im Erdgeschoss befindet sich im Kern des Mensagebäudes und ist über den Haupteingang Lennéstraße zugänglich. Sie wird ganztägig bis 20 Uhr geöffnet haben, ist nach Süden ausgerichtet und ermöglicht den direkten Austritt auf die am Gebäude gelegenen Terrassen und in den Campusgarten. Sie ist als Rückzugsraum und als kommunikativer Treffpunkt gleichermaßen konzipiert – zum Lernen, für die Gruppenarbeit und zum Essen. Die in Teilen fest eingebaute und lose Möblierung bedient ganz unterschiedliche Bedürfnisse: das gemütliche Chillen, das rasche oder gemächliche Essen und Laptoparbeitsplätze. Stromanschlüsse und WLAN inklusive.

Der Lounge gegenüber – an der nördlichen Gebäudeseite im Erdgeschoss – liegt der kulinarische Marktplatz, wo man zwischen Pizza und Pasta, im Querbeet zwischen veganen und vegetarischen Gerichten wählen oder in der Trendküche Neues ausprobieren kann.

Das breite Angebot der „klassischen“ Mensa befindet sich im ersten Obergeschoss. Auch hier gibt es zahlreiche Sitzplätze nach Süden ausgerichtet. Integriert sind zudem mehrere Zapfstellen für kostenloses Trinkwasser.

Der architektonische Höhepunkt wartet im zweiten Obergeschoss: wie bislang ein Festsaal mit Bühne, allerdings ohne Essenausgabe. Somit ist ein ungestörterer ganztägiger Aufenthalt und Rückzugsraum zum Lernen, Treffen und Arbeiten sowie mittags zum Essen geschaffen. Der Saal und die in Teilen fest eingebaute Möblierung ist in verschiedene Zonen aufgeteilt. Im Veranstaltungsfall passt sich der Saal entsprechend an, für größere Veranstaltungen von 300 bis 500 Personen.

Von der Lennéstraße kommend erreicht man das Erdgeschoss der neuen Mensa mit ganztägiger Aufenthaltsqualität: links die Lounge und rechts der kulinarische Marktplatz (Baumschlager Eberle Architekten ©, Visualisierung beyond VA)

Im ersten Obergeschoss befindet sich die „klassische“ Mensa (Baumschlager Eberle Architekten ©, Visualisierung beyond VA)

Der neue Festsaal mit Bühne im zweiten Obergeschoss ermöglicht einen ungestörten ganztägigen Aufenthalt, als Rückzugsraum zum Lernen, Treffen und Arbeiten sowie mittags zum Essen. (Baumschlager Eberle Architekten ©, Visualisierung beyond VA)

Das Studierendenwerk Bonn: Gemeinwohl im Fokus

Das Studierendenwerk Bonn ist als Anstalt des öffentlichen Rechts eine gemeinnützige und dem Gemeinwohl verpflichtete Organisation und als solche unmittelbar zuständig für die soziale Infrastruktur des Hochschulraums Bonn/Rhein-Sieg mit seinen circa 48.000 Studierenden.

Mensa academica seit 1924 in der Bonner Südstadt

Bereits in den Jahren 1923/24 entstand mit dem „Tillmanneum“ an der Lennéstraße 26, also an derselben Stelle, das erste Studentenhaus Deutschlands, errichtet vom Verein Studentenwohl e. V. Im Krieg zerstört, erfolgte 1949 der zügige Wiederaufbau als Mensa Nassestraße, in den Folgejahren um zwei Wohnheime und einen Verwaltungstrakt erweitert. Der nun anstehende Ersatzneubau stellt somit die dritte Generation eines Studierendenhauses in der Bonner Südstadt dar.

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