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Meilenstein: Studierendenwerk Bonn feiert Richtfest

Bauvorhaben im Carré von Kaiser-, Nasse- und Lennéstraße

Blick auf den Richtkranz, der an der Häuserfassade Lennéstraße über dem zukünftigen Eingang der Mensa hängt.
Das Studierendenwerk Bonn feiert Richtfest bei Bauvorhaben im Carré von Lenné-, Nasse- und Kaiserstraße. Die Richtkrone ist über dem zukünftigen Eingang der Mensa Lennéstraße aufgezogen. © Studierendenwerk Bonn/Volker Lannert
Ein Zimmermann steht auf dem Baugerüst über dem zukünftigen Eingang der Mensa und macht den Richtspruch.
Zimmermann Michael Mohr beim traditionellen Richtspruch, der dem weiteren Baufortgang und der zukünftigen Nutzung der Gebäude alles Gute mit auf den Weg gibt © Studierendenwerk Bonn/Volker Lannert
Ehrengäste und Verantwortliche vor dem zukünftigen Eingang der Mensa, im Hintegrund der Richtkranz und das Banner, das auf das Richtfest hinweist.
Offizielle Würdigung mit Zimmermann (v. l. n. r.): Prof. Dr. Klaus Sandmann (Prorektor Universität Bonn), Pauline Kalle (Vorsitzende AStA der Uni Bonn), Jürgen Huber (Geschäftsführer Studierendenwerk Bonn), Zimmermann Michael Mohr, Prof. Gerd Jäger (Baumschlager Eberle Architekten) und Adrian Menczyk (Eiffage Infra-Hochbau) © Studierendenwerk Bonn/Volker Lannert, [Anmerkung: Oberbürgermeister Guido Déus fehlt aus Termingründen]
Innenaufnahme aus dem Rohbau mit einige Personen im Hintergrund, die an einer Führung teilnehmen
Ein anschließender Rundgang macht den Baufortschritt erfahrbar, hier in der zukünftigen Mensa im ersten Obergeschoss, Blick aus dem Saal ins Haupttreppenhaus © Studierendenwerk Bonn/Volker Lannert
  • Traditioneller Festakt mit Handwerksbetrieben
  • Übergang vom Roh- zum Innenausbau
  • Weiterhin herausfordernde Rahmenbedingungen
  • Fertigstellung für 2027 geplant

Bonn, 14. April 2026. Wo vor zwei Jahren der Grundstein gelegt wurde, prägen heute beeindruckende Dimensionen das Bild in der Bonner Südstadt: Das Bauensemble im Carré von Lenné-, Nasse- und Kaiserstraße nimmt Form an. Mit dem Richtfest feiert das Studierendenwerk Bonn einen entscheidenden Moment, der den erfolgreichen Übergang vom Rohbau zum Innenausbau markiert.

Ein Signal für die Zukunft

In einer Zeit, in der soziale Infrastruktur wichtiger ist denn je, setzt das Studierendenwerk Bonn ein kraftvolles Zeichen. Hier entstehen eine neue zentrale Mensa für den Campus Innenstadt der Exzellenzuniversität Bonn, Wohnraum für 106 Studierende und mit dem Studierendenservicezentrum ein neues Bürogebäude für Beratungsbereiche sowie die Verwaltung des Studierendenwerks. Die zwei zum Ensemble gehörenden denkmalgeschützten Altbauten an der Nassestraße werden kernsaniert und zukünftig dem AStA der Uni Bonn sowie der Psychologischen Beratungsstelle (PBS) des Studierendenwerkes Bonn AöR als neue Heimstätte dienen.

Die schlüsselfertige Übergabe des Gebäudeensembles ist derzeit für Mitte 2027 zugesagt. Der seinerzeit angepeilte überaus ambitionierte Zeitplan ließ sich nicht halten.

Das Bauvorhaben im Carré von Kaiser-, Nasse- und Lennéstraße ist im Vergleich sowohl der zwölf Studierendenwerke in NRW als auch der 57 Studierendenwerke in Deutschland als außergewöhnlich groß zu beschreiben. Fördermittel seitens des Landes NRW sind in erheblichem Umfang zugesichert.

Feierlicher Akt und Stimmen zum Bauprojekt

Im Rahmen des Festakts begrüßte der Geschäftsführer des Studierendenwerks Bonn, Jürgen Huber, die mehr als 100 Gäste von Stadt, Universität, Studierendenschaft sowie der beteiligten Planungsbüros und Handwerksbetriebe. „Dieses Projekt ist das Herzstück unserer Vision eines modernen Campuslebens“, so Huber. „Trotz der komplexen Rahmenbedingungen sehen wir heute, wie aus Plänen Realität wird.“

Guido Déus, Oberbürgermeister der Bundesstadt Bonn, betonte in seinem Grußwort die Bedeutung für die Stadt: „Dieses Projekt ist ein großer Schritt für Bonn und die Exzellenzuniversität, eine Investition in die Zukunft.“

Für die architektonische Vision sprach Professor Gerd Jäger (Baumschlager Eberle Architekten): „Die Herausforderung lag darin, ein kompaktes, modernes Volumen so zu integrieren, dass der historische Charme der Umgebung gewahrt bleibt und man das Gefühl hat, das Neue sei schon immer da gewesen, was angesichts der nun sichtbaren Dimensionen naturgemäß nicht ganz leichtfällt.“ Insbesondere würdigte Jäger das komplexe Zusammenspiel der zahlreichen am Bau beteiligten Akteure.

Das bestätigte auch Adrian Menczyk, Co-Geschäftsführer des beauftragten Generalunternehmens Eiffage Infra-Hochbau: „Bei einem Bau dieser Größe und der innerstädtischen Lage darf nichts dem Zufall überlassen werden, sonst entsteht Chaos. Hierin liegt eine besondere Herausforderung.“ Stolz und dankbar zeigte er sich, mit diesem Projekt auch etwas zur Entspannung des Wohnungsmarktes beizutragen.

Der Prorektor für Studium, Lehre und Hochschulentwicklung der Universität Bonn, Prof. Dr. Klaus Sandmann, betonte vor allem das „Wir“-Gefühl als das Entscheidende im miteinander zurückgelegten Weg und dankte im Namen der Universität: „Das Studierendenwerk Bonn investiert massiv in eine Infrastruktur, die uns als Exzellenzuniversität zu Gute kommt. Damit leistet das Studierendenwerk etwas Essenzielles.“

Die AStA-Vorsitzende Pauline Kalle teilte die Vorfreude der Studierendenschaft: „Ein Ort für Begegnung, Beratung und studentische Selbstverwaltung direkt am Campus ist für uns unersetzlich.“

Nach dem offiziellen Richtspruch durch den Zimmermann Michael Mohr und dem Fototermin lud das Studierendenwerk zum „Richtschmaus“ und zu geführten Rundgängen über die Baustelle in Kleingruppen ein.

Wirtschaftliche Rahmenbedingungen und Herausforderungen

Sämtliche in der Vergangenheit gemachten Zeit- und Kostenangaben spiegelten jeweils den aktuellen Planungsstand wider. Unvorhergesehene globale Ereignisse wie die Corona-Pandemie und der Krieg in der Ukraine haben nicht nur die allgemeine Konjunktur massiv beeinträchtigt, sondern wirkten und wirken sich auch unmittelbar auf dieses Bauvorhaben aus. Hinzu kommen technische Herausforderungen, die aus der besonderen Komplexität des Projekts resultieren.

Für das Gesamtprojekt – dies umfasst den Abriss, Tief- und Hochbau von Mensa, Wohnheim, Bürogebäude und Tiefgarage sowie die Kernsanierung der Altbauten und die seit 2020 implementierten Interimslösungen – kalkuliert das Studierendenwerk Bonn derzeit mit Gesamtkosten in Höhe von 145 Millionen Euro.

Diese vorsichtige Schätzung berücksichtigt, dass bis zur geplanten Fertigstellung im Laufe des Jahres 2027 (aktuell für den Sommer avisiert) weitere Unwägbarkeiten drohen. Insbesondere die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten und die damit einhergehenden Inflationserwartungen zeichnen sich bereits ab, sodass mit einer weiteren moderaten Kostensteigerung gerechnet werden muss.

Das Land Nordrhein-Westfalen hat bislang Fördermittel in Höhe von rund 65 Millionen Euro für die Mensa (Mittel aus dem Hochschulpakt) sowie für das Studierendenservice- und Bürogebäude (Investitionszuschuss) fest zugesagt. In dieser Summe sind die massiven Kostensteigerungen infolge der genannten Krisen jedoch noch nicht ausreichend abgebildet. Das Studierendenwerk wirbt daher beim Land intensiv um eine Aufstockung der finanziellen Förderung.

Hintergrund:

Das Bauprojekt sieht ein neues Studierendenhaus in der Südstadt vor, mit Mensa, ganztägigen Lern-, Arbeits- und Aufenthaltsflächen von hoher Qualität, Beratungsangeboten und Raum für studentische Selbstentfaltung. Zudem entstehen ein Wohnheim mit 106 Plätzen und ein Bürogebäude für die Verwaltung des Studierendenwerks. Dank der geplanten Tiefgarage werden erstmals großzügige begrünte Freianlagen angelegt.

Das Bauvorhaben zeichnet sich durch folgende Merkmale aus:

  • Kompaktes Bauvolumen, das sich denkmalgerecht in die Umgebung einfügt
  • Innenhof bleibt frei von Bebauung und wird begrünt (Campusgarten)
  • Kompakte, eingeschossige Tiefgarage für Anlieferverkehr und Entsorgung vermeidet Lärm und Abgase im Innencarré
  • Begrünung von Dächern und Rampen, keine oberirdischen Pkw-Stellplätze
  • Radabstellplätze am Gebäude sorgen für kurze Wege
  • Ergänzendes Mobilitätskonzept fördert nachhaltigeren Verkehr (z. B. durch E-Ladestationen)
  • Photovoltaikanlagen

Das Studierendenwerk Bonn: Gemeinwohl im Fokus

Das Studierendenwerk Bonn ist als Anstalt des öffentlichen Rechts eine gemeinnützige und dem Gemeinwohl verpflichtete Organisation und als solche unmittelbar zuständig für die soziale Infrastruktur des Hochschulraums Bonn/Rhein-Sieg mit seinen circa 45.000 Studierenden.

Mensa academica seit 1924 in der Bonner Südstadt

Bereits in den Jahren 1923/24 entstand mit dem „Tillmanneum“ an der Lennéstraße 26, also an derselben Stelle, das erste Studentenhaus Deutschlands, errichtet vom Verein Studentenwohl e. V. Im Krieg zerstört, erfolgte 1949 der zügige Wiederaufbau als Mensa Nassestraße, in den Folgejahren um zwei Wohnheime und einen Verwaltungstrakt erweitert. Der nun anstehende Ersatzneubau stellt somit die dritte Generation eines Studierendenhauses in der Bonner Südstadt dar.

 

Übersicht

Bauherr   Studierendenwerk Bonn AöR

Generalplaner   Baumschlager Eberle Architekten, Berlin

Generalunternehmen   Eiffage Infra-Hochbau, Münster/Düsseldorf

Zeitplan   Hochbau | bis III. Quartal 2027

(Zeitangabe nach aktuellem Stand)

 

Pressekontakt/Ansprechpartner Studierendenwerk Bonn:

Robert Anders

Leiter Marketing & Kommunikation/Pressesprecher
Studierendenwerk Bonn AöR
Lennéstraße 3
53113 Bonn 

T: (0228) 73 4133
E-Mail: anders(at)studierendenwerk-bonn.de 

www.studierendenwerk-bonn.de
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